Buch - 1938 Adresse: Servitengasse. Eine Nachbarschaft auf Spurensuche.

Vorwort zum Buch "1938 Adresse: Servitengasse" von Paul Lichtman
Diese Publikation ist das Ergebnis eines Rechercheprojektes, das von engagierten Personen die in oder nahe der Servitengasse in Wien leben, ins Leben gerufen wurde. Ursprünglicher Ausgangspunkt des Projektes war die Initiative einer sechsköpfigen Gruppe, die sich aus Barbara Kintaert, ihrem Ehemann Peter Koppe sowie ihren FreundInnen Alix Paulus, Martin Kneip, Birgit Johler und Alex Kubik zusammensetzte.
Frau Kintaert wollte zunächst herausfinden was mit den BewohnerInnen ihres Hauses Servitengasse 6 im Zweiten Weltkrieg passiert war. So stieß sie u.a. auf das ehemalige Uhrmachergeschäft meiner Eltern, Moritz und Mathilde Lichtmann, und auf mich, Paul Lichtman. Nach umfangreicher Korrespondenz zwischen dem Jewish Welcome Service Vienna, Barbara Kintaert und mir gelang es, meinen Sohn Barry und mich aus den USA zur Enthüllung der schönen Gedenktafel, die an die früheren jüdischen BewohnerInnen des Hauses Servitengasse 6 erinnert, nach Wien einzuladen. Die Veranstaltung fand am 20. September 2005 statt. Die Gedenktafel, die vor dem Haus angebracht wurde, trägt die Namen aller 27 Jüdinnen und Juden, die ab 1938 gezwungen wurden, das Haus zu verlassen.
In der Zwischenzeit war die Projektgruppe größer geworden. Die Beteiligten wollten nun auch wissen, welches Schicksal die insgesamt ca. 450 jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner der Servitengasse, die nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im März 1938 deportiert wurden oder aus ihrer Heimatstadt fliehen mussten, erlitten hatten.
Publikationen wie diese und ähnliche sind notwendig um das Gedenken an die aus der Servitengasse vertriebenen jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn lebendig zu halten und zugleich an die sechs Millionen jüdischer Menschen zu erinnern, die im Holocaust ermordet wurden.
Birgit Johler / Maria Fritsche (Hg.)
1938 Adresse: Servitengasse. Eine Nachbarschaft auf Spurensuche.
Wien: Mandelbaum 2007
240 Seiten, zahlr. Abb.
19.90 EUR
ISBN: 978385476-233-1
mit Beiträgen von Doron Rabinovici, Birgit Johler, Maria Fritsche, Barbara Kintaert, Ursula Stern, Katharina Kober, Barbara Sauer, Ulrike Tauss, Michael Landesmann, Eva Blimlinger, Alix Paulus, Hubert Steiner, Brigitte Bailer und einem Nachwort von Hubert C. Ehalt.
[Klappentext]
"Für die Toten gibt es keine Rettung, nichts kann wieder ... gut gemacht werden. Das Vergessen voranzutreiben, von ihnen kein Sterbenswörtchen zu sagen, sie totzuschweigen, heißt jedoch, die Juden ein zweites Mal auszumerzen. Deshalb mühten und mühen sich Überlebende, die Erinnerung aufrecht zu halten" schreibt Doron Rabinovici einleitend in diesem Buch.
BewohnerInnen aus dem 9. Wiener Gemeindebezirk begeben sich heute auf die Suche nach ihren einstigen jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn. Sie forschen nach Namen und Schicksalen, verharren dabei aber nicht bei einer nüchternen Dokumentation. Sie erzählen anhand eines Spaziergangs entlang von Häusern und Türnummern vom Bemühen einer engagierten BürgerInneninitiative, den ehemaligen Nachbarinnen und Nachbarn wieder einen Platz in ihrer Gasse zu geben; sie erzählen von Überlebenden und deren Begegnungen mit den BewohnerInnen von heute und lassen dabei nachfühlen, was es bedeutet, die eigene Vergangenheit zu durchleuchten. Beiträge von WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen kommentieren und ergänzen diesen mehrdimensionalen "Spaziergang" durch das Einst und Jetzt der Servitengasse.
Dieses Buch ist mehr, als die Dokumentation der einzelnen Schicksale und des fruchtbaren Dialogs zwischen dem Gestern und Heute. Es ist auch eine Anregung, selbst danach zu fragen, wer im eigenen Haus, in der eigenen Gasse gewohnt hat und was mit diesen Menschen passiert ist.
Bestellungen direkt beim Verlag www.mandelbaum.at
Diese Publikation ist das Ergebnis eines Rechercheprojektes, das von engagierten Personen die in oder nahe der Servitengasse in Wien leben, ins Leben gerufen wurde. Ursprünglicher Ausgangspunkt des Projektes war die Initiative einer sechsköpfigen Gruppe, die sich aus Barbara Kintaert, ihrem Ehemann Peter Koppe sowie ihren FreundInnen Alix Paulus, Martin Kneip, Birgit Johler und Alex Kubik zusammensetzte.
Frau Kintaert wollte zunächst herausfinden was mit den BewohnerInnen ihres Hauses Servitengasse 6 im Zweiten Weltkrieg passiert war. So stieß sie u.a. auf das ehemalige Uhrmachergeschäft meiner Eltern, Moritz und Mathilde Lichtmann, und auf mich, Paul Lichtman. Nach umfangreicher Korrespondenz zwischen dem Jewish Welcome Service Vienna, Barbara Kintaert und mir gelang es, meinen Sohn Barry und mich aus den USA zur Enthüllung der schönen Gedenktafel, die an die früheren jüdischen BewohnerInnen des Hauses Servitengasse 6 erinnert, nach Wien einzuladen. Die Veranstaltung fand am 20. September 2005 statt. Die Gedenktafel, die vor dem Haus angebracht wurde, trägt die Namen aller 27 Jüdinnen und Juden, die ab 1938 gezwungen wurden, das Haus zu verlassen.
In der Zwischenzeit war die Projektgruppe größer geworden. Die Beteiligten wollten nun auch wissen, welches Schicksal die insgesamt ca. 450 jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner der Servitengasse, die nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im März 1938 deportiert wurden oder aus ihrer Heimatstadt fliehen mussten, erlitten hatten.
Publikationen wie diese und ähnliche sind notwendig um das Gedenken an die aus der Servitengasse vertriebenen jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn lebendig zu halten und zugleich an die sechs Millionen jüdischer Menschen zu erinnern, die im Holocaust ermordet wurden.
Birgit Johler / Maria Fritsche (Hg.)
1938 Adresse: Servitengasse. Eine Nachbarschaft auf Spurensuche.
Wien: Mandelbaum 2007
240 Seiten, zahlr. Abb.
19.90 EUR
ISBN: 978385476-233-1
mit Beiträgen von Doron Rabinovici, Birgit Johler, Maria Fritsche, Barbara Kintaert, Ursula Stern, Katharina Kober, Barbara Sauer, Ulrike Tauss, Michael Landesmann, Eva Blimlinger, Alix Paulus, Hubert Steiner, Brigitte Bailer und einem Nachwort von Hubert C. Ehalt.
[Klappentext]
"Für die Toten gibt es keine Rettung, nichts kann wieder ... gut gemacht werden. Das Vergessen voranzutreiben, von ihnen kein Sterbenswörtchen zu sagen, sie totzuschweigen, heißt jedoch, die Juden ein zweites Mal auszumerzen. Deshalb mühten und mühen sich Überlebende, die Erinnerung aufrecht zu halten" schreibt Doron Rabinovici einleitend in diesem Buch.
BewohnerInnen aus dem 9. Wiener Gemeindebezirk begeben sich heute auf die Suche nach ihren einstigen jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn. Sie forschen nach Namen und Schicksalen, verharren dabei aber nicht bei einer nüchternen Dokumentation. Sie erzählen anhand eines Spaziergangs entlang von Häusern und Türnummern vom Bemühen einer engagierten BürgerInneninitiative, den ehemaligen Nachbarinnen und Nachbarn wieder einen Platz in ihrer Gasse zu geben; sie erzählen von Überlebenden und deren Begegnungen mit den BewohnerInnen von heute und lassen dabei nachfühlen, was es bedeutet, die eigene Vergangenheit zu durchleuchten. Beiträge von WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen kommentieren und ergänzen diesen mehrdimensionalen "Spaziergang" durch das Einst und Jetzt der Servitengasse.
Dieses Buch ist mehr, als die Dokumentation der einzelnen Schicksale und des fruchtbaren Dialogs zwischen dem Gestern und Heute. Es ist auch eine Anregung, selbst danach zu fragen, wer im eigenen Haus, in der eigenen Gasse gewohnt hat und was mit diesen Menschen passiert ist.
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