24. March 2007 Filed in:
Nachrichtenarchiv
22. März 2007: Gemeinsam mit 51
weiteren Überlebenden aus aller Welt war Margarita Hahn, geb.
Rochberg, auf Einladung des Jewish Welcome Service in ihrer
Heimatstadt Wien zu Gast. Wir, 4 Frauen vom Projekt Servitengasse
1938 hatten einen Termin mit ihr vereinbart und trafen Frau Hahn
und ihren Sohn Daniel, im Café Schottenring. Frau Hahn hatte eine,
wie sie immer wieder betont, glückliche Kindheit und lebte damals
bis zu ihrer Emigration im 9. Bezirk, Viriotgasse 7. Ihre Eltern
und ihr ältester Bruder Johann, die vor der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft nicht mehr rechtzeitig flüchten konnten, wurden
deportiert und in Auschwitz ermordet. Ihre beiden anderen Brüder
konnten nach abenteuerlicher Flucht und unter ständiger Todesgefahr
ihr Leben retten. Rita selbst hatte 1934 geheiratet und fuhr 1935
mit ihrem Mann nach Palästina auf Hochzeitsreise. Anlass war die
damals stattfindende „Makabiade“, die Rita Rochberg als Mitglied
der Sportvereinigung „blau-weiß“ unbedingt sehen wollte. Ihr Mann
war engagierter Kommunist und zu jener Zeit gefährdert, kurzerhand
beschloss das junge Ehepaar daher von der Hochzeitsreise nicht mehr
nach Wien zurückzukehren und in Palästina zu bleiben. Der
Nachmittag mit Frau Hahn und ihrem Sohn wurde ein sehr berührendes,
unvergessliches Erlebnis.