27. October 2008 Filed in:
Nachrichtenarchiv
Im April 2008 wurde im Beisein von
Überlebenden ein Gedenksymbol in Erinnerung an die aus der
Servitengasse im 9. Wiener Gemeindebezirk vertriebenen Jüdinnen und
Juden enthüllt. Schlüssel gegen das Vergessen, entworfen von der
Künstlerin Julia Schulz, ist eine in den Boden eingelassene
Glasvitrine mit 462 Schlüssel, an denen 462 Namen angebracht sind.
Namen von Menschen, die in der Servitengasse einst wohnten, zur
Schule gingen, ein Geschäft führten oder EigentümerIn eines Hauses
waren und die dann – quasi über Nacht – als „Unzugehörige“ verfolgt
und vertrieben wurden.
Die Veranstaltung stellt das BürgerInnenprojekt „Servitengasse
1938“ aus der Perspektive der Beteiligten vor und geht darüber
hinaus der Frage nach, wann so ein vielschichtiges
Erinnerungsprojekt „abgeschlossen“ ist.
Donnerstag, den 13. November um 18.30
Uhr
Eintritt: € 6,-
ReferentInnen: Mag.a Birgit Johler, Mag. Michael
Landesmann, Ursula Stern
Ort: Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung, A-1020 Wien,
Praterstern 1
25. October 2008 Filed in:
Projektgruppentreffen
Zunächst erfolgte ein Bericht über die
Vorstellung von Rechercheprojekt, Buch und Film in Israel.
Ein wichtiges Ziel in nächster Zeit ist die Überarbeitung der
Homepage, dabei müssen jedenfalls die Bestimmungen des
Datenschutzes eingehalten werden. Die Gruppe möchte nun ihre Arbeit
fortsetzen, wir denken nach und diskutieren, welche neuen Ziele
festgelegt werden sollen. Vorschläge und Beiträge sind
erwünscht!
Nächste Termine:
Treffen Montag, 3. November 2008, 20:00, Gasthaus leo
Treffen Montag, 1. Dezember 2008, 20:00 Pizzeria Candis
23. October 2008 Filed in:
Projektgruppentreffen
Auch bei dieser Sitzung war das
zentrale Thema das Gedenksymbol: Die MA 7 hat sich bereit erklärt,
die Erhaltungskosten zu übernehmen, sobald die MA 28 es genehmigt
hat. Dies wiederum hängt noch von einem OK des Blindenverbandes ab.
Die Beschriftung ist bisher zu wenig gut sichtbar. Eine zusätzliche
Tafel am Geländer mit erhabener Schrift, die dann auch für
Sehbehinderte wahrnehmbar wäre, ist geplant. Auch die Frage der
Stromzufuhr für Heizung und Beleuchtung muss noch geklärt
werden.
Die Gruppe überlegt, welchen Projekten sie sich in Zukunft zuwenden
soll.
17. October 2008 Filed in:
Nachrichtenarchiv
Gedenkkultur: öffentlich
Oder wenn Geschichte zur Bühne wird
20. Oktober 2008
18.30 Uhr
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
2008 wird Erinnern in Österreich einmal mehr zu einer eminent
gesellschaftlichen und öffentlichen Angelegenheit. Die
Auseinandersetzung mit der Shoah, mit den Geschehnissen von vor 70
Jahren nehmen in verschiedenen Kontexten unterschiedliche
Formen(sprachen) an.
Der Abend soll jedoch weniger der Diskussion um gegenwärtige
ästhetische Formen des Erinnerns gewidmet sein, als vielmehr
der Frage nachgehen, wie Projekte von Privatinitiativen,
Einzelpersonen oder auch Stadtprojekte organisiert und angelegt
sind. Was zeichnet diese Projekte aus? Wer steht dahinter, welches
Ziel wird verfolgt, welche Öffentlichkeit hergestellt? Mit ihrer
„Arbeit am Gedächtnis“ finden sich Initiativen und Projektgruppen
plötzlich wieder im Kampf um Aufmerksamkeit, Verteilung von
Subventionsgeldern und geraten gleichzeitig mit ihren Aktivitäten
unter Legitimationszwang.
Wem dient überhaupt Öffentlichkeit? Und was bedeutet es für eine
Stadt wie Wien und ihre „Denkmallandschaft“, eine Vielzahl von in
relativ kurzer Zeit entstandenen neuen Formen des Gedenkens zu
„verwahren“?
So sehr eine öffentliche und auch nachhaltige Auseinandersetzung
mit dem Thema erwünscht ist, eine kritische Reflexion zum Projekt
„Gedenken“ und eine Standortbestimmung im öffentlichen Diskurs
erscheinen auch für diese Formen des Erinnerns notwendig.
Birgit Johler, Verein Servitengasse 1938, Einführung
Georg Schönfeld, Verein Betrifft: Neudeggergasse, Öffentlichkeit
auf Zeit
Heidemarie Uhl, Österreichische Akademie der Wissenschaften,
Gedächtnisort Wien
Moderation: Eleonore Lappin, Institut für Jüdische Geschichte
Österreichs