Veranstaltungsankündigung: "Schlüssel gegen das Vergessen"

Im April 2008 wurde im Beisein von Überlebenden ein Gedenksymbol in Erinnerung an die aus der Servitengasse im 9. Wiener Gemeindebezirk vertriebenen Jüdinnen und Juden enthüllt. Schlüssel gegen das Vergessen, entworfen von der Künstlerin Julia Schulz, ist eine in den Boden eingelassene Glasvitrine mit 462 Schlüssel, an denen 462 Namen angebracht sind. Namen von Menschen, die in der Servitengasse einst wohnten, zur Schule gingen, ein Geschäft führten oder EigentümerIn eines Hauses waren und die dann – quasi über Nacht – als „Unzugehörige“ verfolgt und vertrieben wurden.

Die Veranstaltung stellt das BürgerInnenprojekt „Servitengasse 1938“ aus der Perspektive der Beteiligten vor und geht darüber hinaus der Frage nach, wann so ein vielschichtiges Erinnerungsprojekt „abgeschlossen“ ist.

Donnerstag, den 13. November um 18.30 Uhr   
Eintritt: € 6,-
ReferentInnen:  Mag.a Birgit Johler, Mag. Michael Landesmann, Ursula Stern
Ort: Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung, A-1020 Wien, Praterstern 1

Projektgruppentreffen vom 6. Oktober 2008

Zunächst erfolgte ein Bericht über die Vorstellung von Rechercheprojekt, Buch und Film in Israel.
Ein wichtiges Ziel in nächster Zeit ist die Überarbeitung der Homepage, dabei müssen jedenfalls die Bestimmungen des Datenschutzes eingehalten werden. Die Gruppe möchte nun ihre Arbeit fortsetzen, wir denken nach und diskutieren, welche neuen Ziele festgelegt werden sollen. Vorschläge und Beiträge sind erwünscht!

Nächste Termine:
Treffen Montag, 3. November 2008, 20:00, Gasthaus leo
Treffen Montag, 1. Dezember 2008, 20:00 Pizzeria Candis

Projektgruppentreffen vom 8. September 2008

Auch bei dieser Sitzung war das zentrale Thema das Gedenksymbol: Die MA 7 hat sich bereit erklärt, die Erhaltungskosten zu übernehmen, sobald die MA 28 es genehmigt hat. Dies wiederum hängt noch von einem OK des Blindenverbandes ab. Die Beschriftung ist bisher zu wenig gut sichtbar. Eine zusätzliche Tafel am Geländer mit erhabener Schrift, die dann auch für Sehbehinderte wahrnehmbar wäre, ist geplant. Auch die Frage der Stromzufuhr für Heizung und Beleuchtung muss noch geklärt werden.

Die Gruppe überlegt, welchen Projekten sie sich in Zukunft zuwenden soll.

Gedenkkultur: öffentlich Oder wenn Geschichte zur Bühne wird

Gedenkkultur: öffentlich
Oder wenn Geschichte zur Bühne wird
 
20. Oktober 2008
18.30 Uhr
 
Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
 
2008 wird Erinnern in Österreich einmal mehr zu einer eminent gesellschaftlichen und öffentlichen Angelegenheit. Die Auseinandersetzung mit der Shoah, mit den Geschehnissen von vor 70 Jahren nehmen in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Formen(sprachen) an.
Der Abend soll jedoch weniger der Diskussion um gegenwärtige ästhetische Formen des Erinnerns  gewidmet sein, als vielmehr der Frage nachgehen, wie Projekte von Privatinitiativen, Einzelpersonen oder auch Stadtprojekte organisiert und angelegt sind. Was zeichnet diese Projekte aus? Wer steht dahinter, welches Ziel wird verfolgt, welche Öffentlichkeit hergestellt? Mit ihrer „Arbeit am Gedächtnis“ finden sich Initiativen und Projektgruppen plötzlich wieder im Kampf um Aufmerksamkeit, Verteilung von Subventionsgeldern und geraten gleichzeitig mit ihren Aktivitäten unter Legitimationszwang.
Wem dient überhaupt Öffentlichkeit? Und was bedeutet es für eine Stadt wie Wien und ihre „Denkmallandschaft“, eine Vielzahl von in relativ kurzer Zeit entstandenen neuen Formen des Gedenkens zu „verwahren“?
So sehr eine öffentliche und auch nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Thema erwünscht ist, eine kritische Reflexion zum Projekt „Gedenken“ und eine Standortbestimmung im öffentlichen Diskurs erscheinen auch für diese Formen des Erinnerns notwendig.
 
Birgit Johler, Verein Servitengasse 1938, Einführung
Georg Schönfeld, Verein Betrifft: Neudeggergasse, Öffentlichkeit auf Zeit
Heidemarie Uhl, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Gedächtnisort Wien
 
Moderation: Eleonore Lappin, Institut für Jüdische Geschichte Österreichs